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alternovum Ausgabe 1/2019

Drei mal dreißig Jahre Pflege

Von Jörg Urbach

Ottobrunn, 22. März 2019

Manuela Rödel, Milena Dodig und Georg Löhr stehen zusammen für 90 Jahre Pflegekompetenz im KWA Hanns-Seidel-Haus in Ottobrunn. Ihre Motivation nach so vielen Berufsjahren in der Pflege? Verlässliche Kollegen, kompetente Führungskräfte und ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter wertschätzt.

Manuela Rödel hat ihr gesamtes Berufsleben bei KWA verbracht. Nach der Altenpflegeausbildung im KWA Bildungszentrum in Bad Griesbach absolvierte die Münchnerin ihr Anerkennungspraktikum im Hanns-Seidel-Haus, wo sie im Oktober 1988 anfing – und bis heute geblieben ist. Rasch war ihr klar, dass sie in die Pflege gehört: „Meine Einstellung zum Beruf war immer positiv, ich habe keinen Tag daran gezweifelt.“ Sie durchlief alle Stationen – Pflegefachkraft, Stationsleitung, Stellv. Pflegedienstleitung, Gesamtpflegedienstleitung.

„Auch heute noch ist jeder Tag spannend. Ich muss mich informieren, orientieren, nachfragen. Was mir auch gefällt: Das Haus ist immer in Bewegung. Wir beratschlagen über Wichtiges gemeinsam und entwickeln Neues sorgsam.“ Manuela Rödel hat ihre Berufung gefunden und betont, sie würde den beruflichen Weg noch einmal genauso gehen. Von der Arbeit erholt sie sich am liebsten daheim, sie sagt: „My home is my castle“. Um Regen und Kälte zu entfliehen, reist Rödel so oft es geht nach Korfu.

Georg Löhr liegt die Pflege in den Genen. „Meine Mutter war Krankenschwester, meine Schwester Kinderkrankenschwester. Das prägt.“ Löhr startete beruflich zwar als Dreher, wollte dann aber doch lieber mit Menschen arbeiten. Nach der Ausbildung zum Altenpfleger in Gummersbach kam er im Juli 1988 zu KWA. „Eigentlich wollte ich ja nach Baden-Baden, aber dann wurde es Ottobrunn“, erzählt Löhr. Seit nunmehr 24 Jahren arbeitet er ausschließlich Nachtschicht.

„Man handelt da innerhalb der Richtlinien überwiegend eigenständig. Das mag ich.“ Nach sieben Nächten am Stück kommt eine Ruhephase. Wie Rödel schätzt Löhr die Kontinuität bei den Führungskräften sehr. Wie er sich motiviert? „Hier im Haus konnte und kann ich meine Arbeit in Ruhe und mit individuellem Gestaltungsspielraum erledigen.“ Wenn er nicht im Dienst ist, reist der passionierte Jogger sehr gerne, wenn möglich in die USA, um den Kopf frei zu bekommen.

„Im Oktober 1988 war ich die erste ausländische Mitarbeiterin im Haus“, erzählt Milena Dodig. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester in Zagreb folgte sie ihrem Mann 1985 nach Ottobrunn. „Schon damals wurde Pflegepersonal gesucht, diese Chance habe ich genutzt.“ In ihren dreißig KWA-Jahren konnte Dodig Familie und Beruf stets vereinbaren. „Dafür bin ich immer noch dankbar. Heute lebt mein Mann wieder in Kroatien und ich arbeite zwei Wochen am Stück, dann bin ich zwei Wochen in Kroatien. Wo sonst ginge denn das?“

Dodig sieht sich als „die alte Schwester“, die vor allem jüngere Kollegen unterstützt. „Auch nach dreißig Jahren komme ich immer noch gerne in die Arbeit. Das färbt ab.“ Ihre Motivation zieht Dodig aus der Dankbarkeit der Bewohner und der Wertschätzung ihrer Vorgesetzten. Bei der Lektüre von Liebesromanen und bei alten Heimatfilmen kann sie entspannen. Ihr Fazit: „Ich bin hier glücklich. Mehr geht nicht.“

Jörg Peter Urbach

 

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