Jung und Alt im beruflichen Miteinander

Von Lisa Brandl-Thür

alternovum 1/2019

Rottach-Egern, 25.3.2019.


Noch vor einigen Jahren galten ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Auslaufmodell. In Zeiten des demografischen Wandels, der sogenannten Vollbeschäftigung, der Diskussion um eine längere Lebensarbeitszeit und des lebenslangen Lernens haben ältere Mitarbeiter wieder eine wichtige und anerkannte Stellung in den Betrieben. Studien zeigen, dass Vorurteile, Ältere seien weniger leistungsfähig, unmotiviert und würden jüngere Kolleginnen und Kollegen als Konkurrenz betrachten, weitestgehend unbegründet sind.

Laut IHK München (2019) bringen die sogenannten „Silver Workers“ besondere Qualitäten mit. Ältere verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz, eine ausgeprägte Arbeitsethik und komplexe Problemlösungsstrategien. Dank ihrer umfangreichen Arbeitserfahrung ist die Risikoeinschätzung dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders zuverlässig. Ihre Routine lässt sie gelassen an schwierige Situationen herangehen. 

Die Einsatzbereitschaft von älteren Arbeitnehmern ist mindestens genauso hoch wie die der jüngeren, sie fühlen sich dem Unternehmen verpflichtet und sind gerade als langjährige Beschäftigte überaus loyal. In manchen Bereichen mag das Lerntempo der Generation 50+ etwas langsamer sein als das jüngerer Arbeitnehmer. Doch dies lässt sich im Rahmen einer demografiefesten Unternehmensführung ausgleichen. 

Dazu gehören die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie bringen frischen Wind ins Unternehmen, verfügen über hoch aktuelles Fachwissen, sind kreativ, neugierig und bereit, Dinge zu ändern. Jüngere hinterfragen Altbekanntes und zu sehr Gewohntes. 

So ist das Miteinander von Jung und Alt für den Arbeitsalltag und die Entwicklung eines Unternehmens unerlässlich. Dies bestätigt auch das Hightech Unternehmen Microtec, welches 2012 den 1. Platz des Wettbewerbs „Erfolg kennt kein Alter“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erhalten hat. Nachdem das Unternehmen zunächst vor allem auf junge Arbeitnehmer gesetzt hatte, musste es feststellen, dass sich altersgemischte Teams als wesentlich innovativer zeigten.

Generationen lernen im beruflichen Miteinander. Die unvoreingenommene Herangehensweise reißt ältere Mitarbeiter mit und die Jungen profitieren von der Erfahrung der langjährigen Arbeitnehmer. Auf allen Ebenen fließen hohes Fach- und Erfahrungswissen ein. Die Jugend regt an durch Spritzigkeit, Neugier und das Hinterfragen von Konventionen. Die älteren Arbeitnehmer bieten den Bewohnern durch ihre Erfahrung und Umsicht Verlässlichkeit, Verständnis und Sicherheit.

Grundlage für ein gelingendes Miteinander in altersgemischten Teams ist unter anderem die Haltung der Führungskräfte zum Thema Alter. Haben Führungspersonen eine negative Einstellung gegenüber einer bestimmten Altersgruppe, so sind diese Arbeitnehmer erwiesenermaßen auch unproduktiver als andere

In unseren KWA Einrichtungen wird Alter wertgeschätzt. Wir fördern unsere Bewohner beim lebenslangen Erwerb von Wissen und in Generationenbeziehungen. Damit vermitteln wir unterschiedliche Perspektiven auf das Leben. Da ist es nur folgerichtig, in gleichem Maß ältere und jüngere Arbeitnehmer zu unterstützen und ins Unternehmen zu integrieren.

Lisa Brandl-Thür


 

Ein Koch-Azubi und eine Rezeptionsmitarbeiterin tauschen sich über den Menüplan des Tages aus - im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern

 

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