Volker Hilbert: Ein halbes Leben lang Altenpflege

16 Jahre Pflegedienstleitung im KWA Stift Urbana im Stadtgarten in Bottrop. - Ein Beitrag von Martina Lenz.

alternovum 2/2019

Bottrop, 12.8.2019


Fluktuation der Mitarbeiter in der Pflege – darüber wird aktuell viel in den Medien diskutiert. Pflegedienstleiter Volker Hilbert (51) arbeitet allerdings nun schon seit 22 Jahren im KWA Stift Urbana in Bottrop in der Pflege. 1997 begann er als Mitarbeiter der ersten Stunde zunächst als Pflegefachkraft. Schnell wurde er Wohnbereichsleiter und seit nunmehr 16 Jahren ist er Pflegedienstleiter des stationären Wohnbereichs. In die Pflegebranche kam er jedoch über einen Umweg. Als gelernter Bergmechaniker war er zuvor bereits einige Jahre im Bergbau in der untertägigen Vermessung des Grubengebäudes eingesetzt. Aufgrund der unsicheren Zukunft des Steinkohleabbaus im Ruhrgebiet entschied er sich jedoch für eine Umschulung zum Altenpfleger. Ein für ihn keineswegs unbekannter, sondern sehr vertrauter Beruf, da seine beiden älteren Schwestern bereits seit Jahren als Altenpflegerinnen tätig waren. 

120 Bewohner mit ihren individuellen Bedürfnissen und deren Angehörige im Blick haben, sich austauschen und jederzeit ein offenes Ohr haben, 55 Mitarbeiter und deren Einsatzplanung, die Erfüllung des Versorgungsvertrages und die Bettenbelegung, sich ändernde gesetzliche Vorgaben erfassen und eine damit verbundene Weiterentwicklung des stationären Bereiches ankurbeln, sprich internen und externen Qualitätsanforderungen gerecht werden, dies alles und noch viel mehr bestimmt seinen Arbeitsalltag.

„Allen Anforderungen gerecht zu werden, das Wirtschaftliche mit dem Menschlichen in Einklang zu bringen, die Anliegen der Bewohner und ihrer Angehörigen zu verstehen und auch Lösungen herbeizuführen, ist mir sehr wichtig“, erklärt der gebürtige Bottroper. Da sollte ein Ausgleich nach Dienstende nicht fehlen. Ein aktiver Freizeitplan und viel Abwechslung verhelfen ihm dazu. Volker Hilbert verrät: „Bei Gartenarbeit kann ich beispielsweise sehr schnell abschalten. Aber auch Aktivitäten mit der Familie und Freunden und nicht zuletzt mein Hund Chester helfen mir, eine gute Balance zu finden, Kraft zu schöpfen und motiviert zu bleiben.“ 

Die Gewinnung neuer Mitarbeiter und somit auch die Ausbildung interessierter junger Menschen ist für Volker Hilbert ein großes Thema. Auf die Frage, wie ein junger Mensch denn „ticken“ müsse, welche Eigenschaften, Interessen und Fähigkeiten wichtig seien, wenn man sich heutzutage für einen Beruf im Pflege- und Gesundheitswesen entscheidet, meint er: „Es braucht physisches sowie psychisches Rüstzeug, ein hohes Maß an Sozialkompetenz und Empathie, aber vor allem auch Neugier und Freude an der Arbeit mit dem älteren Menschen. In diesem Beruf wird man mit schweren Erkrankungen sowie dem Tod konfrontiert, psychische Belastbarkeit ist hier von großer Bedeutung. Außerdem sollte man verantwortungsbewusst sein und medizinisches Interesse mitbringen. Pflege ist ein ständiger Prozess und somit vielen Veränderungen unterworfen, daher ist die Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildung ebenfalls wichtig.“ Und mit einem Augenzwinkern fügt er noch an: „Humor und ein dickes Fell braucht man aber auch!“

Altenpflege hatte nie wirklich den Stellenwert in der Bevölkerung, den sie verdient hätte. Aus meiner Sicht scheinen Wertschätzung sowie Mitarbeiterfürsorge und -pflege, das Erkennen und Fördern der Stärken und eine angemessene Entlohnung ein gutes Rezept zu sein, damit junge Menschen die Altenpflege als Beruf mit großen Zukunftsperspektiven, Aufstiegsmöglichkeiten und Erfolg versprechenden Karrierechancen erkennen und anerkennen – und dann vielleicht auch so lange in der Altenpflege bleiben wie Volker Hilbert. Mit seinem breitgefächerten Wissen, seiner langjährigen Berufserfahrung sowie seinem ausgeglichenen Wesen trägt er in hohem Maß zu einem angenehmen Arbeitsklima bei und kann für Berufsanfänger ein Vorbild sein.

Volker Hilbert: seit 16 Jahren Pflegedienstleiter im KWA Stift Urbana im Stadtgarten in Bottrop; nachdem er zunächst im Bergbau gearbeitet hatte, fand er in der Altenpflege seine Berufung. Sein Ziel ist stets, das Wirtschaftliche mit dem Menschlichen in Einklang zu bringen. Für die Anliegen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen hat er immer ein offenes Ohr. - Foto: KWA / Werner Krüper

Es braucht physisches sowie psychisches Rüstzeug, ein hohes Maß an Sozialkompetenz und Empathie, aber vor allem auch Neugier und Freude an der Arbeit mit dem älteren Menschen.

Volker Hilbert


 

 

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