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alternovum Ausgabe 3/2019

In Form im Alter

Das Projekt "bestform. Sport kennt kein Alter"

Rottach-Egern/Unterhaching, 18. Dezember 2019

Das KWA Stift Rupertihof und das Diakoniewerk München-Maxvorstadt haben an einer Pilotstudie der Technischen Universität München (TUM) teilgenommen, die darauf abzielte, ein Bewegungsprogramm für Senioreneinrichtungen zu entwickeln. KWA Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür hatte vor einigen Jahren Univ.-Prof. Dr. Martin Halle gefragt, was er Senioren in Sachen Bewegung empfehlen könne, ob er ein spezielles Sportprogramm empfehlen könne. So kam der Stein ins Rollen. Die Beisheim Stiftung unterstützt das Projekt „bestform. Sport kennt kein Alter“ ideell und finanziell.

Bei KWA wurde im ersten Schritt im Rottach-Egener Seniorenwohnstift durch einen Umbau ein modernes Trainingscenter geschaffen und eingerichtet: mit dem Ziel, im sportlich-frischen Wohlfühl-Ambiente möglichst viele Stiftsbewohner für sportliche Betätigung zu gewinnen – im ersten halben Jahr unter Anleitung und Begleitung von TUM-Sportwissenschaftlern, welche die bestform-Studie begleiteten. Und die Rechnung ging auf: 46 Teilnehmer machten im Rupertihof mit.

„Auf unser Trainingszentrum im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern sind wir richtig stolz“, sagt Dr. Stefan Arend, Vorstand der KWA gAG. „In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München mit dem Team rund um Professor Halle wurden hier dank der Förderung durch die Beisheim Stiftung wichtige Grundlagen gelegt für fundierte Bewegungs- und Sportprogramme für hochbetagte Menschen“, so Arend. Auch wenn erst die Hauptstudie die exakte Wirksamkeit der einzelnen Übungen belegen wird, will KWA im Rupertihof das Trainingsangebot fortführen und prüfen, ob man das Training in ähnlicher Form auch an weiteren KWA-Standorten ausrollen kann. Denn: „Die soziale Interaktion und das Wohlbefinden durch das Training waren für uns alle beeindruckend. Auch das Bewusstsein, dass jeder durch gesunde Ernährung und regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining auf sein Befinden Einfluss nehmen kann, steigt stetig“, weiß Arend. Dem Wunsch älterer Menschen nach geeigneten Bewegungsangeboten komme man daher gerne nach.

Ärztliche Untersuchungen waren den Teilnehmern wichtig
Überaus beeindruckt hat die Rede eines 93 Jahre alten Studienteilnehmers zum Abschluss der Pilotstudie im KWA Stift Rupertihof. „Als ich mich zur Studie angemeldet habe, hab‘ ich mir gedacht: Schaden kann das ja nicht. Doch nach einem halben Jahr Training weiß ich, wie gut mir das tut und wie viel Sorgfalt in der Forschungsarbeit steckt“, so Manfred Wahl. Dass er in seinem ganzen Leben noch nie so gründlich untersucht worden sei wie im Rahmen der Studie, hat den Stiftsbewohner gleichermaßen beeindruckt. Ebenso Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür. Sie betont zudem: „Die stets offene, angenehme Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam hat die Kontinuität des Trainings befördert und unsere Studienteilnehmer immer wieder animiert, dran zu bleiben – zum eigenen Nutzen und gesundheitlichen Wohl.“

Immer mehr ältere Menschen wollen ohnehin durch eine gesunde Lebensführung bewusst Einfluss nehmen auf ihre Gesundheit. Der Lebensstil 70- und 80-Jähriger ist heute ein anderer als noch vor zwanzig Jahren.

 „Der Erhalt von Mobilität und Selbständigkeit sind wesentliche Faktoren eines gelingenden Alterns. Durch regelmäßiges, gezieltes Training der Muskulatur kann jeder aktiv dazu beitragen, seine Gesundheit und Lebensqualität zu bewahren und Gebrechlichkeit sowie Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern“, sagt Univ.-Prof. Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sportmedizin und Sportkardiologie der TU München.

Auf unser Trainingszentrum im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern sind wir richtig stolz.

KWA Vorstand Dr. Stefan Arend

Interview zum Thema

Univ.-Prof. Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sportmedizin und Sportkardiologie der TU München, spricht mit der Journalistin Heidi Willmann darüber, wie körperliches Training wirkt, warum er Muskeln als Motor des Lebens bezeichnet und was er sich mit der Studie "bestform. Sport kenn kein Alter" erhofft. Zum Interview

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