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KWA Zukunftspioniere
alternovum Ausgabe 1/2020

KWA Zukunftspioniere

Nachhaltigkeit im KWA Hanns-Seidel-Haus. Ein Beitrag von Ursula Cieslar.

Ottobrunn, 14. Februar 2020

Wenn man die Themen betrachtet, die das Weltgeschehen beherrschen, stößt man ganz schnell auf "Nachhaltigkeit". Egal ob Plastikmüll in den Weltmeeren oder Luftverschmutzung durch CO2, Feinstaub und Stickoxide: Das geht uns alle an. Deshalb stellten wir uns die Frage: Was können wir im Hanns-Seidel-Haus dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der jetzigen Generationen befriedigt werden können, ohne die Entwicklung der zukünftigen Generationen zu beeinträchtigen?


Bei einer Besprechung mit Bewohnern und Mitarbeitern wurden folgende Themenfelder identifiziert, mit denen wir uns als erstes befassen wollen: Ernährung, Müllreduzierung, Müllentsorgung und Energieverbrauch. 

Bereits 2018, lange bevor wir uns als "KWA Zukunftspioniere" mit dem Thema auseinandergesetzt haben, waren wir in Sachen Nachhaltigkeit aktiv. Strohhalme im Café haben wir bewusst durch Glashalme ersetzt. Für Handwerker gibt es den Kaffee nicht mehr in Plastik-, sondern in Keramikbechern. Kleine Tütchen mit Zucker sind tabu, auf jedem Tisch steht ein Zuckerstreuer. Für die Mitarbeiter gibt es inzwischen Wasserspender. An vier Stationen im Haus können sich alle mit ihren personifizierten Trinkflaschen Wasser abfüllen. Mit dieser Maßnahme vermeiden wir nicht nur den Kauf von hunderten von Wasserflaschen und vermindern dadurch die Menge der Flaschen, die aus wertvollen Rohstoffen hergestellt und von unseren Haustechnikern hin- und hergeschleppt werden müssen. Zeit- und Kostenersparnis sind weitere positive Effekte.

Unsere Haustechnik konnte bereits im vorigen Jahr ihr Projekt "Austausch der Leuchtkörper gegen LED Leuchten" abschließen. Zudem haben wir die Zahl der Leuchtkörper, die rund um die Uhr Licht spenden, reduziert. Mehr Licht kann bei Bedarf per Tastendruck zugeschaltet werden.

Auch die Stiftsküche hat ihre Themen gesetzt und realisiert: Wo immer möglich, werden Lebensmittel aus der Region eingekauft und verarbeitet. Dadurch unterstützen wir nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern vermeiden gleichzeitig Umverpackungen – der Gemüsehändler liefert ohne Verpackung. Auch in unserem "Kleinen Laden" arbeiten wir mit regionalen Anbietern zusammen. Honig, Marmelade und Wurst kommen von ortsansässigen Unternehmen, Milch, Brot und Semmeln aus der näheren Umgebung. Im Café werden wir mit Kuchen und Torten direkt von einem Konditor aus dem Ort beliefert. Hier stimmen nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Geschmack, sondern wir vermeiden auch lange Transportwege, schonen so die Umwelt.

Letztes wichtiges Thema: die Mülltrennung und Müllvermeidung. Nur wenn Müll getrennt wird, ist Recycling möglich, was wiederum nachhaltig ist. Auf jeder Etage haben wir Räume mit Behältern für die Mülltrennung ausgestattet: für den gelben Sack, für Flaschen, für Papier, zudem einen extra Abwurfschacht für Restmüll und einen Container im Garten für Grünabfalle. In der Küche werden die Lebensmittelreste in Kühlcontainern gesammelt. Diese werden abgeholt und zur Gasgewinnung verwendet. Sperrmüll wird direkt in den Wertstoffhof gebracht.

Plastik vermeiden wir, wo immer es geht. Geschenke in Cellophan eingepackt, das sieht schön aus, in wiederverwertbaren Papiertüten sieht es aber noch viel schicker aus. Nachhaltigkeit heißt für uns, mit vielen kleinen Schritten die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Wir sind auf einem guten Weg. Das große Thema für die nächsten Jahre wird sicherlich die Energieversorgung sein. Wie beheizen wir in Zukunft das Hanns-Seidel-Haus? Wie sieht es mit der Stromversorgung aus und mit welcher Technik sollen unsere Fahrzeuge ausgestattet sein? Wir bleiben dran am Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit heißt für uns, mit vielen kleinen Schritten die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Wir sind auf einem guten Weg.

Ursula Cieslar, Stiftsdirektorin

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