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alternovum Ausgabe Online

Preisverleihung KWA Schülerliteraturwettbewerb Baden-Baden 2019

Thema: Unsere Umwelt, unsere Zukunft. - Ein Beitrag von Lena Merkel.

Baden-Baden, 17. Juli 2019

Bereits zum 2. Mal hat das KWA Parkstift Hahnhof für Schüler und Schülerinnen aus Baden-Baden einen Schülerliteraturwettbewerb ausgerichtet und Preise verliehen. Mit 20 Beiträgen traf das diesjährige, brisante Thema „Unsere Umwelt, unsere Zukunft" den Zeitgeist und erreichte die jungen Erwachsenen offensichtlich sehr gut. Die eingereichten Beiträge zeigen, wie die jüngere Generation über den Klimawandel denkt und mit welchen Ängsten, aber auch Hoffnungen sie sich auseinandersetzen und welche Visionen sie für ihre Zukunft haben. Vielleicht sind sie ja die Weltveränderer von morgen?

Marius Schulze Beiering, Stiftsdirektor des Hahnhofs, freute sich über die rege Teilnahme und das Interesse der Baden-Badener Schulen an diesem Wettbewerb. Die Preisverleihung sei wieder eine gute Gelegenheit für einen Austausch zwischen der jungen und der älteren Generation - so Schulze Beiering. „Umweltschutz betrifft uns schließlich alle“, so Schulze Beiering in seiner Eröffnungsrede zur Preisverleihung. „Und obwohl wir hier im Parkstift vorwiegend der älteren Generation angehören, haben wir zu Beginn des Jahres neue Wege eingeschlagen. Wo früher Efeu und grüne Bodendecker wuchsen, blühen heute Wildblumen und es summt an jeder Ecke vor lauter Bienen und anderen Insekten!“

Auch in diesem Jahr stellte sich eine Fachjury sowie eine Bewohnerjury der Herausforderung, aus den kreativen und vielfältigen Beiträgen vier Texte auszuwählen.

Mit ihrer spannungsgeladenen Geschichte „El Mundo“ ging Shanti Karcher, eine Schülerin der Klosterschule vom Heiligen Grab, als Siegerin hervor.250 Euro erhielt sie als Preisgeld. Laudatorin Ilka Hamer, Diplom-Bibliothekarin und Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek in Baden-Baden, wirkte beim Vorlesen einzelner Passagen tief berührt, beeindruckt und mitgerissen. „Der Text wirkt lange nach, vieles bleibt fraglich und stimmt mich nachdenklich. Die Geschichte ist sehr philosophisch und von einer weisen Weitsicht geprägt. Ich kann jedem sehr empfehlen, diesen Beitrag zu lesen!“, lobte sie. Begleitet von großem Applaus nahm die junge Autorin ihre Urkunde entgegen und überraschte das Publikum im Anschluss mit einer emotionalen Dankesrede.

Als Kind mit Migrationshintergrund und aufgewachsen mit zwei Sprachen, erzählte die Preisträgerin ihre Geschichte von einem steinigen Weg mit vielen Hürden. Sie berichtete über ein Schulsystem, das nicht für alle stimmt, über rot korrigierte Deutschhefte und die Hilflosigkeit, die sie oft spüren musste. Ihr Dankeschön richtete sie auch an die Jurorin sowie die Stadtbibliothek Baden-Baden. Dort fühle sie sich immer willkommen und sei froh, sich kostenfrei Bücher ausleihen zu können. Der Preis sei für sie eine Medizin, für das Leid der vergangenen Jahre. Sie bedankte sich bei der gesamten Jury für dieses Heilmittel, welches sie für immer in ihrem Blut tragen werde.

Neben ihrer Aufforderung, dass Kinder mit Migrationshintergrund, insbesondere aus sozial schwächeren Familien, mehr gefördert werden sollten und von Jung an zum Lesen motiviert werden müssten, richtete sie in ihren Schlussworten einen Appell an unsere Gesellschaft: „Schauen Sie heute und nicht erst morgen, wo sie Ihren Alltag grüner machen können!“

Ein Appell, der sich wie ein magisches grünes Band durch die gesamte Preisverleihung zieht.

Auch Pauline Hoppe, ebenfalls Schülerin der Klosterschule vom Heiligen Grab, überzeugte mit ihrem Text „Die Stimme des Grüns“ und erhielt dafür den 2. Preis, verbunden mit 150 Euro. Sie startete ihren Beitrag mit einem Prolog. Mit den einleitenden Worten „Stell dir vor“ führt sie dem Leser sowohl die Option einer leuchtenden, intakten, lebendigen Welt vor Augen als auch die einer trostlosen, kaputten Welt ohne jegliche Hoffnung. Sie schlägt sich dann im eigentlichen Beitrag auf die Seite des Optimismus. Es ist das Jahr 2103, die Erzählerin feiert ihren 100. Geburtstag und resümiert, was der Menschheit – konfrontiert mit der unausweichlichen Gefahr des Klimawandels und seiner möglichen Folgen – gelungen ist. Auch ihr Text fordert die Leser auf, zu handeln und Verantwortung zu übernehmen.

Der 3. Platz, dotiert mit 100 Euro Preisgeld, wurde vergeben an den Abiturienten Paul Plonz. Mit seinem raffiniert, kriminalistisch verstrickten Beitrag „Disclosure“ konnte er die Juroren ebenfalls überzeugen. Sein Laudator Josua Straß, Inhaber der Buchhandlung Straß, bekennt sich als Fan von der Hauptfigur „Hagen“, einem Schüler der die „Friday for future“-Demonstrationen kritisch betrachtet und sich aktiv für einen messbaren Umweltschutz einsetzten möchte, was ihm im Laufe der spannenden Handlungen tatsächlich gelingt.

Hannah Hiebers vielschichtiger Text „Vom an die eigene Nase Packen und dem Schritt zum Weltverbesserer“ wurde mit dem Bewohnerpreis, einem Theatergutschein im Wert von 50 Euro, ausgezeichnet.

Alle 20 Autorinnen und Autoren wurden zum Ende der Preisverleihung mit einem kleinen Dankeschön für das Einsenden der gelungenen Beiträge vom Stiftsdirektor Marius Schulze Beiering belohnt. Zudem erhielten die drei Preisträger je 100 Euro für die Klassenkasse. Ein Empfang für alle Teilnehmer und Besucher rundete die Feierstunde bei Getränken und Fingerfood ab.

 

Tauchen Sie doch selbst ein in die literarische Welt der Nachwuchsautoren:

Zum Beitrag von Shanti Karcher: El Mundo

Zum Beitrag von Pauline Hoppe: Die Stimme des Grüns

Zum Beitrag von Paul Plonz: Disclosure

Zum Beitrag von Hannah Hieber: Vom an die eigene Nase packen und ...

 

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