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AFGIB
alternovum Ausgabe 1/2020

Ärztliche Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Geriatrie in Bayern (AFGiB)

Über Werdegang, Ziele und Projekte des Netzwerks. Ein Beitrag von Dr. Radu Crisan und Dr. Christoph Garner.

Bad Griesbach, 30. März 2020

Die AFGiB wurde am 17. Februar 1997 in Würzburg gegründet, als eingetragener Verein. Vorher bestand eine von Prof. Dr. Robert Heinrich ins Leben gerufene formlose Arbeitsgemeinschaft, die sich mit den Problemen der Anfang der 1990er Jahre gerade erst entstehenden geriatrischen Versorgung beschäftigte. 

In der AFGiB-Satzung wurde festgelegt, dass der "Zweck der Arbeitsgemeinschaft die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Geriatrie ist". Und: "Satzungsgemäß steht der gemeinnützige Verein allen Ärzten in Bayern offen, die überwiegend geriatrisch tätig sind. Unter den Mitgliedern finden sich Haus- und Klinikärzte, ärztliche Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) und nahezu alle Chefärzte stationärer geriatrischer Einrichtungen in Bayern."

Gründungsmitglieder waren damals unter anderem Prof. Dr. Robert Heinrich (Krankenhaus Neuperlach München, im neuen Verein der Vorstand), Dr. Christoph Garner (KWA Klinik Stift Rottal, Schatzmeister im Verein) und Dr. Walter Swoboda (AWO Geriatrische Rehabilitationsklinik Würzburg, Schriftführer im Verein). 

Die AFGiB entstand, weil sich im Gegensatz zu den etablierten medizinischen Fachrichtungen die Geriatrische Rehabilitation nach englischem Vorbild erst etablieren musste und sich deswegen vor allem an den Schnittstellen zur Akutmedizin und anderen Rehabilitationsbereichen häufig Schwierigkeiten ergaben. Die AFGiB beschäftigte sich deshalb zunächst mit Fragen der Definition eines geriatrischen Patienten, und auch damit, welche Pflegesätze angemessen waren und welche Qualitätsanforderungen (insbesondere geeignete Assessmentverfahren und Strukturmerkmale) an geriatrische Einrichtungen zu stellen waren. Diese Fragen wurden meist in enger Zusammenarbeit mit den Kostenträgern gelöst.

Das erste größere Projekt entstand ab dem Jahr 2000, als die Bayerische Staatsregierung die AFGiB beauftragte, statistische Daten über die stationäre geriatrische Versorgung zu erheben. Die AFGiB entwickelte dazu ein Computerprogramm (Geriatrie in Bayern – Datenbank, GiBDat), das allen bayerischen geriatrischen Kliniken zur Verfügung gestellt wurde. Die Kliniken erhielten als Gegenleistung für die Bereitstellung anonymisierter statistischer Daten der behandelten geriatrischen Patienten (z. B. Liegedauer, Diagnosen, Alter, Geschlecht, geriatrische Assessments etc.) vierteljährlich ihre eigenen konsolidierten Statistiken. Dem Bayerischen Staatsministerium konnte so am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit ein detaillierter Bericht über die Situation und die Entwicklung der Geriatrie in Bayern übergeben werden. 

Inzwischen verfügt AFGiB über die größte geriatrische Datenbank Europas. Die Mitglieder der AFGiB treffen sich zum fachlichen Austausch zwei Mal im Jahr, einmal im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung und einmal bei der jährlichen Mitgliederversammlung. Am 13. März 2020 fand die Mitgliederversammlung sowohl des Landesverbands Geriatrie als auch der AFGiB in der KWA Klinik Stift Rottal in Bad Griesbach statt. Natürlich haben auch Ärzte der KWA Klinik Stift Rottal daran teilgenommen – unter anderem Chefarzt Dr. medic (I.F.M. Cluj) Radu Crisan. Er sagt: "Die versammelte geriatrische Expertise war groß. Und im persönlichen Gespräch konnte ich mich mit einigen anderen Ärzten über aktuelle Fragestellungen austauschen. Das ist überaus wichtig."

Heute verfügt AFGiB über die größte geriatrische Datenbank Europas.

Stand 3/2020

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