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alternovum Ausgabe 1/2015

KWA Symposium 2015: Lebensdienliche Sicherheit durch Hightech!?

Einführung von KWA Vorstand Dr. Stefan Arend - Grußwort von Ministerialdirektorin Ruth Nowak, Amtschefin im Bayerischen Staatsministerium für Pflege und Gesundheit

Unterhaching, 13. Februar 2015

Unterhaching, 13.02.2015.

Schon heute kann Technik vor Sturzgefährdung und einem drohenden Infarkt warnen oder Alarm schlagen, wenn wir – gegen alle Gewohnheiten – die Kaffeemaschine nicht in Betrieb nehmen: als deutliches Zeichen von eingeschränkter Alltagsaktivität. Und nicht nur künstliche Kuschel-Robben aus Japan, sondern auch die ersten humanoiden Roboter sind probeweise für die Begleitung und Pflege von Menschen im Einsatz. „Aber wie viel und vor allem welche Technik wollen wir einsetzen? Was wird zwangsläufig mit Blick auf schwindende Ressourcen notwendig werden? Auf was wollen wir verzichten? Auf was müssen wir unbedingt verzichten?“ – Diese Fragen stellte KWA Vorstand Dr. Stefan Arend zur Eröffnung des 13. KWA Symposiums.

KWA befasst sich bereits seit Jahren mit dem Thema, hat im „KWA Rahmenkonzept Begleitung und Pflege" vom August 2011 nicht nur Grundlagen für die Arbeit in den KWA Stiften niedergelegt, sondern auch Aussagen zum Technikeinsatz getroffen:

„KWA verfolgt technologische Entwicklung an der Schnittstelle von Produkten und Dienstleistungen, die im Kontext von Telemedizin und Ambient Assisted Living erprobt werden, vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mit hohem Interesse. Der Konzern beteiligt sich an der Erprobung solcher Entwicklungen, wenn sie geeignet sind, Lebensqualität zu fördern und ethisch unbedenklich sind."

Arend verwies auf niedrige Geburtenraten, Hochaltrigkeit und Berechnungen, woraus klar hervorgehe, dass „helfende Hände", also Pflegende, knapper werden, und konstatierte: „Wir werden Technik brauchen, die dem Pflegebedürftigen dient, die den Pflegenden entlastet, und ihnen so Zeit für die erfahrbare Beziehung ermöglicht. Wir werden Technik also brau-chen, damit Pflege auch künftig human bleiben kann. Wir werden aber auch einen intensi-ven gesellschaftlichen Dialog darüber führen müssen, welche Daten wer erhält und wie wir unsere Daten – und damit uns selbst – vor Missbrauch schützen."

Ministerialdirektorin Ruth Nowak, Amtschefin im Bayerischen Staatsministerium für Pflege und Gesundheit, bekräftigte die Bedeutung der menschlichen Zuwendung in der Pflege. Wie uns Technik helfen kann, werde in Deutschland allerdings noch viel zu wenig beleuchtet. Bei der immer noch weit verbreiteten Technikfurcht in der Pflege sei es wichtig, die Vorteile und Chancen von Technik zu sehen. Einen Notrufknopf hat laut Nowak bereits ihre Großmutter gehabt. Den gebe es nun schon seit Jahrzehnten. Der werde gut angenommen, weil er leicht zu bedienen ist. Die Touristikbranche hat sich nun beispielsweise damit befasst, was sich ältere Reisende wünschen. Durch einen Leuchtstreifen, der über Drucksensoren anspringt, wenn man aus dem Bett steigt, kann man dem Betreffenden den Weg zur Toilette zeigen. – Eine Erfindung für ein Kreuzfahrtschiff. Was in anderen Branchen entwickelt werde, sei vielleicht auch in der Altenpflege nutzbar.

Wie schwer sich Deutschland mit Technik im Bereich Gesundheit und Pflege tut, führte Nowak an einem Beispiel aus: „Ich sehe es mit Schmerzen, dass wir neun Jahre brauchten, die E-card umzusetzen. Es musste erst einmal ein E-Health-Gesetz entworfen werden, damit es jetzt weitergeht.“ Den Forschungsverbund „FitForAge“ und die Telemedizin führte sie als positive Beispiele in Bayern an. Allerdings habe man bei Technik bisher zu sehr auf den Ingenieur abgestellt. „Damit etwas angenommen wird, muss es leicht verständlich sein. Und ein Mehrwert muss zu erkennen sein." Im Ministerium habe man sich entschieden, Pflegende zu fragen: Was hilft mir bei der täglichen Arbeit? Dazu hatte Nowak Karten und eine Einwurfbox mitgebracht. Ab März könne man sich auch online beteiligen.

sh

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