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Karin Ihringer, Leiterin der Abteilung Kundenbetreuung/Marketing von 1986 bis 2020
alternovum Ausgabe 3/2020

Karin Ihringer: Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch geht zu Ende

Von 1986 bis 2020 bei KWA in Leitungsposition. – Ein Beitrag von Sieglinde Hankele.

Unterhaching, 29. Oktober 2020

„Diese Frau hat KWA mit nach vorne gebracht“, sagt der langjährige Leiter des KWA Bildungszentrums, Karl-Heinz Edelmann, über die langjährige Leiterin von KWA Kundenbetreuung und Marketing, Karin Ihringer. KWA Vorstand Horst Schmieder betont: „Sie hatte immer wieder interessante Ideen und stets ein gutes Gefühl für die Bewohner und ihre Bedürfnisse. Dass unsere Stifte, die Klinik und das Bildungszentrum über all die Jahre so gut angenommen wurden, ist auch ihr Verdienst.“ Nun geht sie in den Ruhestand.

An der Universität Hohenheim hat die gebürtige Pforzheimerin Haushaltswissenschaften studiert. Doch eine Professorin hat sie schon in den ersten Semestern mit der Begeisterung für das Thema „Der alternde Mensch“ infiziert. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit besuchte Karin Ihringer so gut wie alle Senioreneinrichtungen der baden-württembergischen Landeshauptstadt, um das „Verfahren der Aufnahme in Alten- und Pflegeheimen am Beispiel der Stadt Stuttgart“ zu untersuchen. Dabei gewann sie wertvolle Einblicke und Erkenntnisse.

Zunächst am Ammersee, dann in Dortmund verantwortete die frisch Diplomierte die Wohnungsbelegung eines großen Trägers von Wohnstiften, wurde schon nach einem Jahr stellvertretende Direktorin. Bei einer weiteren beruflichen Station konnte sie ihr Wissen vertiefen und sich intensiv mit Fachthemen auseinandersetzen. Insbesondere die Belegungsförderung und das Vertragswesen zählten von Anfang an zu ihren Spezialgebieten. „Das Heimgesetz kannte ich in- und auswendig“, sagt sie. 

Am 1. Januar 1985 startete sie ihre Karriere bei KWA. Geschäftsführer Hermann Beckmann schickte sie zunächst nach Bad Krozingen, mit der Aufgabe, eine Dependance des dortigen Stifts zu belegen. Durch ihr verbindliches Auftreten gelang ihr das binnen eines Jahres. Dass das „Mädl vom Schwarzwald“ dort mit der Speicherschreibmaschine Serienbriefe generierte, ließ aufhorchen. Und so wurde sie für ein erstes Projekt nach Unterhaching gerufen: Sie sollte Buchhalter und Küchenleiter in einem neuen EDV-Programm schulen. Das tat sie gerne. Und es blieb nicht das einzige Projekt, welches sie in den vergangenen Jahrzehnten begleitete oder leitete. Ab der ersten Stunde konnte sie ihr Wissen über alte Menschen und Vertragswesen einbringen.

Die Leitung der Belegungsabteilung in der KWA-Firmenzentrale in Unterhaching wurde ihr 1986 anvertraut. Da war sie gerade mal 30. Den etwa gleichaltrigen Thomas Klie sprach sie auf der Altenpflegemesse an. Das Gespräch war der Ausgangspunkt einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Juristen und Gerontologen.

Der gesellschaftliche Wandel, neue Gesetze, der Wechsel vom Anbieter- zum Nachfragemarkt und Veränderungen in der Organisationsstruktur von KWA erforderten kontinuierlich Anpassungen der Wohn- und Betreuungskonzepte sowie der Vereinbarungen mit den Bewohnern. Grundlegende Veränderungen brachte die Pflegeversicherung mit sich. Ab 1995 entwickelte sich auch der soziale Bereich zu einem Markt mit Bedingungen, die in anderen Branchen selbstverständlich waren. Bewohnerwünsche werden seitdem als Kundenwünsche angesehen. Marketing und Werbemaßnahmen wurden wichtige Instrumente. Professionelle Informationsunterlagen, das Internet, Social Media – all dies spielt heute eine bedeutende Rolle, wenn man mit einem Nischenprodukt, wie es die KWA Wohnstifte sind, dauerhaft punkten will. 

Karin Ihringer hat neue Entwicklungen stets prompt aufgegriffen, das E-Mail-System sowie Internet für die tägliche Arbeit genutzt, sowie es bei KWA verfügbar war. KWA-Homepages wurden zunächst in ihrem Auftrag von Agenturen erstellt; seit es Content-Management-Systeme gibt, pflegt ihr Team die KWA-Webseiten. So ist man schnell und flexibel. Der Einstieg in die Welt der Bewegtbilder gelang ihr mit Unterstützung von Hochschul-Professorin Renate Hermann und Studenten der Hochschule Ansbach. Gerne denkt sie an den ersten Video-Dreh im Georg-Brauchle-Haus im Jahr 2011 zurück.

Genauso wichtig war und ist ihr „KWA Club“ – ein beinah erwachsenes „Baby“ der scheidenden Marketing-Leiterin. 2004 hat sich das Unternehmen damit erstmals Menschen außerhalb der Wohnstifte zugewandt und ihnen die Möglichkeit geboten, an den Angeboten der Wohnstifte zu partizipieren. Heute scheint es selbstverständlich, dass KWA Club vor Ort das Menü nach Hause liefert, zu Veranstaltungen einlädt oder Dienstleister für das Betreute Wohnen zu Hause ist.

Und wie geht es für Karin Ihringer weiter? Mit viel Natur – und Jugendarbeit! Sie möchte Lesepatin werden.

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