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Margret Rosenmüller KWA Reisen
alternovum Ausgabe 1/2020

Margret Rosenmüller: "Geht nicht, gibt's nicht!"

21 Jahre lang plante und leitete sie KWA Reisen. - Ein Beitrag von Sieglinde Hankele.

Rottach-Egern, 16. März 2020

KWA Reisen ist Margret Rosenmüllers "Kind". Ein längst erwachsenes Kind, das mit all seinen Vorzügen ältere Menschen immer wieder begeistert. Wie das Kind zur Welt kam? Die gelernte Arzthelferin "Schwester Margret" arbeitete seit 1989 in verschiedenen Funktionen im Rupertihof, in der Hauswirtschaft und in der Pflege. Und zwar gerne und mit großem Engagement, bis zum Eintritt in den Ruhestand. Zum Engagement gehörten auch neue Ideen. Ihre Idee, interessierten Bewohnern bei einem eintägigen Ausflug mit einem Reisebus hin und wieder etwas Besonderes zu zeigen, legte das erste Samenkorn. Unterwegs in Südtirol kam dann der Gedanke auf, dass man dort auch gerne übernachten würde. Zurück in Bayern trug Margret Rosenmüller der damaligen Geschäftsleitung den Wunsch vor. Zunächst stimmte man einem Versuch in kleinem Stil zu. Im ersten Anlauf ging es für ein paar Tage mit dem Hausbus nach Baden-Baden, im zweiten zur Apfelblüte an den Bodensee. 

Berichte im KWA Journal lösten in anderen Wohnstiften rasch eine so große Nachfrage aus, dass Margret Rosenmüller für das Jahr 1999 die ersten offiziellen KWA Reisen planen und als Reiseleiterin durchführen durfte. Reisebüros hatten Senioren als Zielgruppe noch nicht entdeckt. Margret Rosenmüller orientierte sich an den besonderen Wünschen und Bedürfnissen älterer Menschen und den gehobenen Ansprüchen von Stiftsbewohnern. Eines der ersten Reiseziele entsprach dem Zeitgeist: Mallorca. Die Resonanz war so positiv, dass KWA Reisen sich etablierte, mit bis zu sieben verschiedenen Reiseangeboten im Jahr. Margret Rosenmüller hatte freie Hand bei der Planung, wählte stets besondere Orte. Dabei ging es unter anderem in die Toskana, an die Amalfiküste, nach Istanbul, nach Sizilien und Andalusien. Bei Kreuzfahrten mit der MS Deutschland wurden europäische Küstenstädte angesteuert. Im Rahmen von Städtereisen konnten Stiftsbewohner London, Paris, Moskau, St. Petersburg, Athen oder Dresden erkunden. Inklusive Opernbesuch, sofern gewünscht. Kultur gehörte immer dazu.


Dankesbriefe im Anschluss an Reisen waren keine Seltenheit: weil Margret Rosenmüller ihre ganze Persönlichkeit eingebracht und minutiös geplant hatte. Reiseziele und Hotels prüfte sie stets vorab vor Ort hinsichtlich der Qualität und der Tauglichkeit für Senioren. Von Reedern und Hoteliers verlangte die Reiseleiterin optimale Bedingungen und handelte die Preise selbst aus. Mit zweitklassigen Arrangements gab sie sich nicht zufrieden. Nur das Beste war gut genug für KWA Reisen. Eine von Margret Rosenmüller ausgewählte KWA Mitarbeiterin reiste grundsätzlich als Reisebegleiterin mit, sodass die nötige Flexibilität und Begleitung der Reisegruppe stets sichergestellt war. Sowohl die Anreise als auch die Rückfahrt zum Wohnstift war – und wird auch künftig – von KWA organisiert.


Zum großen Erfolg von KWA Reisen hat gewiss beigetragen, dass Margret Rosenmüller auch auf Unvorhersehbares mit Ruhe und Entschlossenheit reagierte und alles in sichere Bahnen lenkte. Auch ihr Credo "Geht nicht, gibt's nicht" war sicherlich eine gute Zutat für KWA Reisen. Vor allem jedoch hat sie den Reisenden immer das Gefühl gegeben, dass sie nicht allein sind. Nur dann trauen sich ihrer Einschätzung nach auch rüstige Hochbetagte eine größere Reise zu. 

Ende des Jahres 2019 legte KWA Vorstand Horst Schmieder auf Wunsch von Margret Rosenmüller KWA Reisen in jüngere Hände – seine Wahl fiel auf Marina Gernard. Gerne hat die bisherige der neuen Leiterin Tipps mit auf den Weg gegeben. Sie selbst möchte nun den Ruhestand anderweitig nutzen. "Im Rupertihof habe ich meine Berufung gefunden", lautete ein Satz zu ihrer Berufstätigkeit. Das sei eine glückliche Fügung gewesen. Der Kontakt mit älteren Menschen war und ist "ihr Ding". So wundert es wenig, dass sich Margret Rosenmüller auch weiterhin im Rupertihof engagiert: als Moderatorin einer politischen Diskussionsrunde, als Referentin über große Persönlichkeiten und als Begleiterin einer kulinarischen Reise vor Ort, jeweils einmal im Monat. Auch sonst bleibt sie dem Haus verbunden, kommt hin und wieder zum Mittagstisch oder geht in den Fitnessraum. Die Weichen für einen späteren Einzug hat sie bereits gestellt. 

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