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Dr. Stefan Arend, KWA Vorstand von 2008 bis 2020
alternovum Ausgabe 3/2020

Dr. Stefan Arend: Leben im Alter ist und bleibt sein Lieblingsthema

Von 2008 bis 2020 Mitglied des KWA Vorstands. – Ein Beitrag von Sieglinde Hankele.

Unterhaching, 21. Oktober 2020

Zum 30. September 2020 hat sich Dr. Stefan Arend von seinen Aufgaben als KWA Vorstand entbinden lassen: zugunsten von Forschungsarbeiten, wissenschaftlichen Untersuchungen und publizistischen Tätigkeiten. Doch die Themen werden für ihn die gleichen bleiben. Die Gesellschaft des langen Lebens ist für ihn auch in Zukunft von allergrößtem Interesse. KWA bleibt er als Aktionär verbunden – ein Ehrenamt, das er gerne wahrnehmen will. 

Auf die zwölf Jahre seiner Vorstandstätigkeit kann Arend durchaus mit Stolz zurückblicken. Viel hat er zusammen mit seinem Vorstandskollegen Horst Schmieder erreicht. Die gemeinsame Leitlinie war die Balance zwischen wirtschaftlicher Solidität und inhaltlicher Weiterentwicklung. Gleichermaßen wichtig war beiden: die Wahrung der Selbstständigkeit des Konzerns und der Gemeinnützigkeit.

Ein besonderer Fokus der Vorstandsarbeit von Arend lag auf der Weiterentwicklung der Sorgestrukturen in den KWA-Einrichtungen. Das „KWA Rahmenkonzept Begleitung und Pflege“ sowie die Konzepte „Palliative Care“ und „Bürgerschaftliches Engagement“ hat Arend in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Roland Schmidt bzw. Prof. Dr. Thomas Klie entwickelt – und entsprechende strategische Schritte daraus abgeleitet.

Auch den Ausbau der digitalen Kommunikation bei KWA hatte er stets im Blick. So zum Beispiel die KWA-Websites, die Social Media, den digitalen Mitarbeiter-Newsletter. Das KWA Bildungszentrum sowie Fort- und Weiterbildungen hat er eng begleitet, desgleichen die jährlichen KWA Symposien.

Der gebürtige Hesse ist ein bekennender Familienmensch, lebt gemeinsam mit Frau, Tochter und Sohn im Landkreis München. Und dann gibt es da noch zwei Passionen in seinem Leben: die Literatur und den Sport. In einem Literaturzirkel tauscht er sich über interessante Werke aus. Als promovierter Germanist ist Arend fasziniert davon, wie Menschen mit Sprache umgehen. Der Historiker in ihm ist sich sicher: „Unsere Geschichte und unsere Wurzeln beeinflussen unser Leben stark.“ Auch das schlägt sich in Büchern nieder.

In der Jury des KWA Schülerliteraturwettbewerbs München brachte er gemeinsam mit namhaften Autoren seine Expertise ein. Sport macht er aus der Überzeugung heraus, dass man mit viel Bewegung zu einem gelingenden Altern beitragen kann. Die 10.000-Meter-Strecke läuft er am liebsten. Aber auch Training in der Gruppe sei für ihn genau das Richtige. Die Teilnahme von KWA an der „bestform“-Studie – unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Halle – hat Arend von Anfang an befürwortet.

Seine Zukunftsvision von unserer alternden Gesellschaft ist die von alten Menschen, die sich gerne bewegen – aus der Erkenntnis heraus, dass Bewegung dem Körper und dem Geist gutttut. „Das Wort ‚Ruhestand‘ würde ich gerne aus dem deutschen Sprachgebrauch streichen“, bekennt Arend. Nicht nur Sport, sondern auch das Tätig sein – egal in welcher Weise – ist für den 57-jährigen Arend der Schlüssel zu hohem Alter. Dies habe er immer wieder beobachtet. Und so will er es auch selbst halten. 

Arends erste berufliche Stationen waren das Foschungsinstitut für deutsche Sprache in Marburg und die Arbeit in der Redaktion der Fuldaer Zeitung sowie bei anderen Medien. Als er im Jahr 2008 bei KWA anfing – als gleichberechtigtes Vorstandsmitglied neben Horst Schmieder – hatte er freilich schon beachtliche Karriereschritte getan, nämlich: in Fulda ein Wohnstift geleitet, innovative Wohnkonzepte entwickelt, zudem eine Unternehmensgruppe mit aufgebaut.

Seine Publikationen zu stationären Hausgemeinschaften sind bis heute vielbeachtet. Und nun soll sich in der nächsten Lebensphase der Kreis für ihn schließen: mit Analysen, Forschungen und Schriften zur Gesellschaft des langen Lebens. Im Buchbeitrag „Polnische Perlen“ setzen er und Anna Stielner sich kritisch mit polnischen Haushaltshilfen auseinander. Gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Schmidt arbeitet er an einem Aufsatz über das Wohnstift als Wohnform. Auch die Langzeitpflege in der Corona-Krise nimmt er gerade unter die Lupe. 

Was ihn antreibt? „Die Neugier auf Menschen und deren Lebensgeschichten. Und die Erkenntnis, dass jedes Leben einzigartig ist.“ Das Existenzielle des Alterns spiegele sich in Kunst und Kultur wieder. Beides werde seit Menschengedenken auch von der ungebrochenen Kreativität alter Menschen getragen.
 

Unsere Geschichte und unsere Wurzeln beeinflussen unser Leben stark.

Dr. Stefan Arend

Das Existenzielle des Alterns spiegelt sich in Kunst und Kultur wieder. Beides wird seit Menschengedenken auch von der ungebrochenen Kreativität alter Menschen getragen.

Dr. Stefan Arend

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