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alternovum Ausgabe 1/2021

"Zeissianer" im Albstift

Ein Beitrag von Steffen Kühnle über Norbert Fink und Dr. Erich Heynacher.

Aalen, 06. April 2021

Was verbindet das Albstift mit Zeiss? Immer wieder äußerst interessante Menschen. Zwei von vielen, die sich nach einer Karriere beim traditionsreichen, weltweit bekannten Unternehmen für ein Leben im KWA Albstift Aalen entschieden haben, sind Norbert Fink und Dr. Erich Heynacher. 

Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1993 hat Norbert Fink 26 Jahre lang bei Zeiss in Oberkochen gearbeitet. Der Diplomkaufmann war als Leiter des innerbetrieblichen Rechnungswesens verantwortlich für die monatliche Erstellung des Betriebsergebnisses, ferner für die Rechnungslegung zu öffentlichen Aufträgen. Was er an Zeiss besonders schätzte? Er hatte schon immer großes Interesse an Fotografie. Außerdem gefiel ihm die soziale Ausrichtung, die der einstige Zeiss-Miteigentümer Ernst Abbe begründet hatte. Was auch für das Unternehmen auf der Ostalb sprach: Zeiss war schon ein Global Player, als es Begriffe wie Globalisierung noch gar nicht gab. „Die internationale Geschäftstätigkeit war schon damals eine Stärke von Zeiss“, so Fink. 

„Umbruch statt Umzug.“ So beschreibt der 91-Jährige den Einzug im Jahr 2006 in das KWA Albstift Aalen. Er und seine chronisch kranke Frau wollten diesen Schritt rechtzeitig gehen, zumal sich das Albstift durch viele kulturelle und gesundheitsfördernde Angebote auszeichnete. Norbert Fink ist bis heute im Albstift vielfältig engagiert. Zwölf Jahre lang vertrat er als Vorsitzender des Stiftsbeirats die Bewohnerinteressen, konnte die Hausleitung für so manches Projekt gewinnen. 2008 übernahm er von Mitbewohner Dr. Daniel – der ebenfalls ein Zeissianer war – „Klassik scheibchenweise“, eine monatliche Musikpräsentation im großen Festsaal. Dafür stellt er das Programm zusammen und betreut die Veranstaltung mit Ton, Bild und Erläuterungen. Die Offenheit für Neues schätzt er im Haus sehr. 

Dr. Erich Heynacher war von 1959 an bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand auf verschiedenen Gebieten der technischen Optik bei Zeiss tätig. Zunächst in der Prüftechnik, dann in der Fertigungstechnik für anspruchsvolle Optik und schließlich als Zentralbereichsleiter Schlüsseltechnologien für die Entwicklung von Optik für neue Wellenlängenbereiche – EUV und Röntgen-Teleskope. Auf dem Gebiet der Chipfertigung waren die von seiner Arbeitsgruppe erzielten Fortschritte eine wertvolle Basis für die in den 25 Jahren seit seiner Pensionierung erzielten Fertigungsergebnisse. Deshalb freut er sich sehr über den in Politik, Presse und Fachliteratur gefeierten Zukunftspreis für das erfolgreiche Konsortium mit Zeiss als wichtigem Partner. 

Warum sind Sie bereits so früh ins Albstift eingezogen, wird Dr. Heynacher oft gefragt. Er war damals gerade erst siebzig. Seine Antwort: „Damit wir – meine Frau und ich – auf Reisen ohne Sorgen die Welt erkunden können. Alles ist geschützt, unsere Blumen sind gut versorgt. Wenn einer von uns gesundheitliche Probleme hat, wird er liebevoll gepflegt. Das funktioniert seit 21 Jahren.“ Dr. Heynacher schätzt am Albstift die gemeinnützige Form des Unternehmens, das gute Essen, das große Kultur- und Veranstaltungsangebot. Und das „Leben, so wie ich es will“. Auch Dr. Heynacher war lange Zeit Vorsitzender des Stiftsbeirats des Albstifts. Zudem hat er zusammen mit einigen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern vor gut 15 Jahren die Hauszeitung „Spion von Aalen“ gegründet. In diesen Tagen wird Heft 61 fertig. 

Beide „Zeissianer“ brachten und bringen sich im Albstift in besonderer Weise ein. Ob es ihnen gerade langweilig ist in diesen besonderen Zeiten, in denen keine Veranstaltungen stattfinden? „Langweilig? Was für eine Frage?“ – Beide sind immer gut beschäftigt. 

 

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