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alternovum Ausgabe 2/2020

Personalarbeit während und nach Corona – die Krise als Chance

Ein Beitrag von Madeleine Gebhardt (Leiterin KWA Personalmanagement).

Unterhaching, 14. Juni 2020

Das neuartige Virus Covid-19 hat unseren Lebens- und Arbeitsalltag grundlegend verändert und nie dagewesene Verhältnisse geschaffen. Messen und Veranstaltungen wurden abgesagt, Mitarbeiter soweit möglich ins Homeoffice geschickt, Schulen, Universitäten und Kitas geschlossen, das öffentliche Leben fast auf Null heruntergefahren. Und über allem schwebte und schwebt die Angst, sich selbst zu infizieren. 

Corona stellte von einem Tag auf den anderen auch die Personalarbeit vor neue Herausforderungen. KWA wie auch andere Unternehmen wurden mit neuen Fragestellungen konfrontiert, so zum Beispiel, was zu beachten ist, wenn Mitarbeiter vorsorglich von der Arbeit freigestellt werden mussten, oder, ob Mitarbeiter Minusstunden aufbauen dürfen, wenn es die Situation erfordert. Gleichzeitig stand im Fokus, mögliche finanzielle Einbußen von Mitarbeitern zu verhindern oder in Teilbereichen sogar Kurzarbeit und einem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen vorzubeugen. Dies wurde notwendig, wenn externe Kunden aufgrund der Krise Aufträge stornierten. Wir bei KWA konnten durch konstruktive, vertrauensvolle Gespräche mit den Betriebsräten adäquate und sinnvolle Lösungen finden.

Während die Pandemie in einigen Branchen zu Entlassungen, Kurzarbeit und Einstellungstops führte, ging die Rekrutierung und Einstellung von Fach- und Führungskräften bei KWA weiter. Neue Mitarbeiter haben auch während Corona angefangen – nicht wenige davon direkt im Home-Office. Die Integration der „Neuen“ in diesen außergewöhnlichen Zeiten verlangte von beiden Seiten ein hohes Maß an Flexibilität. Die neuen Teammitglieder kennenlernen, ein Gefühl für das soziale Miteinander bekommen, Fragen stellen und Antworten finden: All das sollte in den ersten Tagen der neuen Anstellung passieren – nicht in Zeiten von Covid-19.

Da der direkte Kontakt sehr beschränkt war bzw. zum Teil gänzlich fehlte, galt es, die Vorlaufzeit zu nutzen, den Kontakt zu halten, im Vorfeld bereits alle Zugänge zu relevanten Informationen, E-Mailadressen und nötige Betriebsmittel bereitzustellen, die fachliche und technische Einarbeitung der neuen Kollegen gut vorzubereiten, eine Orientierung zu bieten und neben der fachlichen Seite auch das Unternehmen näherzubringen.

Um die künftigen Kollegen und Projekte oder auch andere Abteilungen kennenzulernen, konnten „Neue“ zum Beispiel an Videokonferenzen teilnehmen. Es ist durchaus denkbar, dass auch nach der Krise für ein erstes Kennenlernen der Beteiligten in geeigneten Berufsfeldern verstärkt die digitalen Möglichkeiten wie zum Beispiel Videotelefonie genutzt werden. Das spart Zeit und Geld. Allerdings ersetzt das digitale Bewerbungsgespräch nie die Begegnung von Mensch zu Mensch.

Die Auswirkungen des Corona-Virus auf Organisationen und Unternehmen können noch nicht abgeschätzt werden. Was sich jedoch bereits jetzt abzeichnet: Das Virus hat das Potential, die digitale Transformation in Unternehmen deutlich zu beschleunigen. Jetzt gilt es, Versäumtes aufzuholen und Neues zu schaffen. Wie in allen Unternehmen so auch bei KWA rücken neue Fragen in den Vordergrund, so zum Beispiel: Wie Arbeitsabläufe flexibel gestaltet werden können, wie sich Mitarbeiter in interdisziplinären Teams vernetzen können, wie für Verwaltungsmitarbeiter ortsunabhängige Arbeitsplätze und mobiles Arbeiten organisiert werden können und wie sich Kommunikation und Abläufe für Mitarbeiter aller Arbeitsbereiche effizienter, moderner und möglichst angenehm gestalten lassen. Denn die Corona-Krise zeigt, dass es geht, wenn es sein muss. Die Frage lautet nun nicht mehr, ob, sondern wie digitale Konzepte integriert und realisiert werden können. 

Die Perspektive auf das, was einen Arbeitgeber attraktiv macht, hat sich mit der Pandemie verändert. Neben Themen wie Home-Office werden Unterstützungsangebote für Mitarbeiter zunehmend bedeutsam, zudem Infektionsmanagement und betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Krise macht überdies deutlich, dass künftig Jobsicherheit wichtiger sein wird denn je.

Corona wird uns noch eine ganze Zeit begleiten und beschäftigen. Wie lange, wissen wir nicht. Das große Ziel sollte sein, dass wir alle voneinander lernen und uns so gut wie möglich gegenseitig unterstützen. Denn schon Jean Anouilh hat gesagt: „Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.“ 

Die Integration neuer Mitarbeiter in diesen außergewöhnlichen Zeiten verlangte von beiden Seiten ein hohes Maß an Flexibilität.

Madeleine Gebhardt

Das digitale Bewerbungsgespräch ersetzt nie die Begegnung von Mensch zu Mensch.

Madeleine Gebhardt

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